Richtig lüften und heizen – Schimmel vermeiden

Schimmel an Wohnungswänden
Schimmelbildung in Wohnräumen

Schimmel in der Wohnung ist das absolute Schreckensszenario. Von Schimmel geht eine gesundheitliche Gefahr aus, die nicht zu unterschätzen ist. Die Schimmelsporen stehen im Verdacht Auslöser für verschiedenen Krankheiten zu sein. Dazu zählen z. B. Allergien und Atemwegserkrankungen sowie Neurodermitis.

Die Ursachen von Schimmelbildung können unterschiedlich sein. Angefangen bei Baumängeln und Feuchtigkeitsschäden bis hin zum falschen Lüftungsverhalten.

Gerade das Lüften ist häufig ein Streitpunkt zwischen Mietern und Vermietern. Oftmals hätte der Schimmelbefall einfach vermieden werden können, wenn die Bewohner ein paar einfache Grundsätze beim Lüften beachtet hätten.

Schimmelbildung

In Form von Wasserdampf verliert eine mehrköpfige Familie tägliche mehrere Liter Wasser. Diese Feuchtigkeit verschwindet nicht einfach spurlos, sondern sie reichert die Raumluft an. Eine ideale, relative Luftfeuchtigkeit liegt zwischen ca. 35% und 60%. Wenn die feuchte Luft nicht entweichen kann, steigt die Luftfeuchtigkeit schnell über 60% – es droht Schimmelbildung.

Besonders im Winter kann das verstärkt zu einem Problem werden.  Die warme Luft setzt sich an den kalten  Wohnungswänden ab und kondensiert. In diesen Bereichen wird dann häufig Schimmel gebildet.

Wie Sie richtig lüften

Im Idealfall wird die Luft mehrmals am Tag “ausgetauscht” werden. Man sollte in regelmäßigen Abständen “stoßlüften”, also das Fenster in den betreffenden Räumen komplett öffnen. Durch diesen Vorgang wird die feuchte und warme Raumluft durch trockene, kühlere Außenluft ausgetauscht. Die Wände und Möbel kühlen bei diesem kurzen Lüftungsvorgang nicht so stark ab, wie bei dauerhaftem Lüften mit “gekipptem” Fenster.

Die Lüftungsdauer kann man von der Jahreszeit bzw. Außentemperatur abhängig machen. So können es im Sommer schon mal gut 20 – 30 Minuten werden, während hingegen im Winter (Dezember – Februar) ca. 4 – 6 Minuten empfehlenswert sind.

Die feuchtesten Räume in einer Wohnung bzw. einem Haus sind in der Regel das Bad und die Küche. Daher sollte hier häufiger gelüftet werden.

Im Schlafzimmer empfiehlt sich der Luftaustausch direkt nach der Nachtruhe, weil der Mensch auch im Schlaf viel Flüssigkeit verliert. Sollte man nicht mit offenem bzw. gegkipptem Fenster schlafen, z. B. im Winter, ist das Lüften besonders wichtig.

Sollten Sie in anderen Räumen noch weitere Feuchtigkeitsquellen haben, z. B. Aquarium, viele Pflanzen, dann ist auch hier regelmäßiges Lüften wichtig. Spätestens, wenn sich die Feuchtigkeit an der Fensterscheibe niederschlägt, ist Vorsicht geboten.

Das Dauerlüften mit gekipptem Fenster ist keine Alternative zum Stoßlüften, da der Luftaustausch nur geringfügig erfolgt und die Wohnung zu stark auskühlt (Winter). Dadurch wird zu viel Energie verschwendet.

Die Steigerung vom Stoßlüften ist das Querlüften. Wenn die Möglichkeit besteht, dann sorgen Sie für eine kurze Zeit für einen ordentlichen Durchzug. So wird die feuchte Luft noch schneller abtransportiert.

Wie hilft das digitale Thermostat?

Die meisten Heizkörperthermostat-Modelle haben eine Funktion integriert, die bei geöffnetem Fenster dafür sorgt, dass nicht mehr geheizt wird.  Das Thermostat erkennt also den plötzlichen Temperaturabfall , z. B. wenn im Winter das Fenster zum Stoßlüften geöffnet wird.