Über Thermostate

Ein Heizkörperthermostat ist ein Temperaturregler, der zumeist am Heizkörper angebracht ist. Früher befanden sich an dieser Stelle zumeist nur Regler, die im ungünstigsten Fall ein- oder ausgeschaltet werden konnten. Glücklicherweise wurden dann Modelle erfunden bei denen der Heizwasserdurchfluss – somit die Wärme – per Hand reguliert werden können.

Der Vorteil bei einem (Heizkörper-)Thermostat ist, dass die Temperatur automatisch geregelt wird. Grundsätzlich kann zwischen zwei Arten von Thermostaten unterschieden werden. Es gibt mechanische bzw. manuelle Thermostate und digitale bzw. elektronisch geregelte Thermostate.

 

mechanisches Thermostat

mechanisches Thermostat Nahaufnahme
mechanisches Thermostat

Das Foto auf der rechten Seite zeigt ein mechanisches Heizkörperthermostat, so wie es in vielen Haushalten an den Heizkörpern verbaut ist. Das Thermostat wird auf dem Thermostatventilkörper verschraubt. An dem Regler kann per Hand, ähnlich wie bei einem Wasserhahn, der Wasserdurchfluss im Heizkörper geregelt werden. Das bedeutet z. B., dass bei Stufe 5 der maximale Wasserdurchlauf stattfindet. Somit wird die höchstmögliche Temperatur erzeugt.

automatische Wärmeregulierung

Wenn man sich über die Funktionsweise eines Heizkörperthermostats noch keine ausführlichen Gedanken gemacht hat, dann kann man leicht annehmen, dass die Wärmeregulierung nur über das Drehen des Thermostatreglers stattfindend. Das stimmt nicht so ganz. Vor einigen Jahrzehnten gab es in der Tat nur die Handventile, die keine genaue Einstellung ermöglichten. Es war entweder zu warm oder zu heiß. Ein modernes, Thermostat hingegen kann den Wasserdurchlauf automatisch regulieren und das ganz ohne elektrische Versorgung.

Wie funktioniert das? Das muss man sich so vorstellen: Im Inneren des Thermostats befindet sich ein Temperaturfühler. Dieser Fühler ist ein Dehnstoffelement (gefüllt mit Flüssigkeit), das sich bei Temperaturänderungen ausdehnt oder zusammenzieht. Diese Veränderung der Länge wird über ein Fallrohr auf einen kleinen Metallstift am Ventil übertragen. Dadurch wird der Wasserdurchfluss  reguliert. Mehr Druck bedeutet somit weniger Durchfluss um umgekehrt. Der Metallstift des Ventils kann auf dem Foto über den Thermostatventilkörper gut erkannt werden. Diese kurze Zusammenfassung des technischen Ablaufs kann je nach Modell bzw. Material abweichen, das Grundprinzip ist jedoch ähnlich.

Thermostat mit Fernfühler

Fernfühler mit Kapillarrohr
Fernfühler mit Kapillarrohr

Außer den Thermostaten mit integriertem Fühler gibt es auch noch Modelle, die über einen Fernfühler reguliert werden können. Der Fühler wird über ein Kapilarrohr mit dem Thermostat verbunden. Steigt z. B. die Temperatur, dann dehnt sich die Flüssigkeit in dem Fühler. Diese Änderung wird über das Kapillarrohr an das Heizkörperthermostat weitergegeben.

Ein Fernfühler kann z. B. dann sinnvoll sein, wenn das Thermostat durch einen Vorhang verdeckt ist und sich dort Hitze staut. Der Fühler wird dann an einer Stelle platziert, an der er offen liegt und von Luft umströmt werden kann.

Einstellung der Temperatur

Bei der Betrachtung des Thermostatkopfes kommt schnell die Frage auf, weshalb keine Temperaturangaben, sondern Zahlen aufgedruckt werden. Kurz kann man es so beschreiben: Die Zahlen dienen als Richtwert. So ist z. B. mit der Ziffer 3 eine Raumtemperatur um die 20 Grad erreichbar. Die kann allerdings von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden,  z. B. von Wärmestaus etc. Die Einstellung des Reglers ist also nicht nur alleine für die Temperatur verantwortlich, die im Raum erzeugt wird.

 

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elektronisches Thermostat

digitales Thermostat
digitales Thermostat

Eine Ausführung des elektronischen Thermostates wird auf dem nebenstehenden Foto dargestellt. Im Gegensatz zu einem mechanischen Modell hat man bei der elektronischen Variante die Möglichkeit die Einstellung  der Temperatur (Sollwert) genau vorzunehmen (z. B. 22 Grad). Die Montage erfolgt wie bei den manuellen Heizkörperreglern direkt an dem Thermostatventilkörper.  Die Thermostate werden in der Regel mit Batterien bzw. Akkus betrieben.

Der Unterschied zwischen elektronischen & mechanischen Modellen

Was ist denn jetzt eigentlich der Unterschied zwischen den Thermostaten? Ein elektronischer Temperaturfühler und ein kleiner Motor sind in den programmierbaren Thermostaten verbaut. Das macht den Hauptunterschied zum mechanischen Thermostat aus. Zur Erinnerung: Hier wird die Temperatur durch Flüssigkeitskapsel reguliert, die sich bei Temperaturschwankungen ausdehnt oder zusammenzieht. Weiterhin übernimmt das elektronische Thermostat einige (Luxus-)Zusatzfunktionen, die einem die Arbeit und manchmal auch das Mitdenken erleichtern. Darunter zählt z. B. die Programmierfunktion, die nachfolgend erläutert wird.

Programmierfunktion

Sehr komfortabel ist auch die Programmierfunktion der Thermostate. So kann man die Heizphasen bzw. die Temperatur ganz nach den persönlichen Bedürfnissen einstellen. Das passiert dann voll automatisch. Wer am Morgen schlaftrunken in ein angenehm beheiztes Bad wandern möchte, der kann das Gerät so einstellen, dass die Temperatur in den Morgenstunden z. B. 22 Grad beträgt. Anschließend wird die Temperatur ebenfalls automatisch wieder abgesenkt. Beispiele in der Art können natürlich an allen Heizkörpern realisiert werden, an denen digitale Thermostate installiert sind.

Weitere Funktionen

Nachfolgend werden noch einige Funktionen vorgestellt, die bei vielen der elektronischen Modelle mittlerweile integriert sind.

Fenster-Offen-Erkennung

Der Titel besagt schon, was die Funktion “kann”. Das Thermostat ist in der Lage zu erkennen, wenn das Fenster geöffnet wurde. Wenn man z. B. morgens, nach dem Aufstehen, das Fenster komplett öffnet, um das Schlafzimmer durchzulüften, dann wird das durch das Thermostat erkannt. Das Gerät sorgt dann dafür, dass nicht mehr geheizt wird, so lange das Fenster geöffnet ist. Die Funktion ist sehr praktisch, da viele Menschen beim Lüften nicht an die Heizung denken und somit viel Energie verschwenden. Das muss nicht sein!

Fernthermostat / Wandthermostat

In diesem Fall wird die Raumtemperatur an einem Thermostat gemessen, das an einer Wand im Raum bzw. in der Wohnung angebracht ist. Die Messung erfolgt, dann eben nicht mehr am Heizkörper. Das hat den Vorteil, dass die Raumtemperatur genauer gemessen werden kann. Es kommt durch keine Verfälschung z. B. durch Vorhänge, die sich vor den Heizkörpern befinden.

Kalkschutzfunktion / Ventilschutzfunktion

Die Kalkschutzfunktion kommt beispielsweise im Sommer zum Einsatz. In der Regel wird im Sommer nicht geheizt. Das Thermostat öffnet dann automatisch in gewissen Abständen für kurze Zeit das Heizkörperventil. Damit wird die Verkalkung des Heizkörpers vermieden.

Kindersicherung

Eine Funktion die vermeidet, dass versehentlich die Einstellungen verstellt werden. Das ist sonst schnell passiert, wenn z. B. Kinder entdeckt haben, dass man viele kleine Tasten drücken kann. Es kann auch passieren, dass man selbst beim Vorbeigehen versehentlich das Einstellrad (bei vielen Modellen vorhanden) touchiert wird. So werden schnell mal ein paar Grad mehr eingestellt.

Urlaubs- und Partyfunktion

Wenn man verreist oder sich viele Leute bei einer Party in den Räumen aufhalten, dann kann es sinnvoll sein die Temperatur für diesen Zeitraum runter zu regulieren. Diese Funktion kann bei den verschiedenen Modellen unterschiedlich ausfallen. Bei manchen hat man die Möglichkeit auch direkt einen Zeitraum festzulegen, in dem die Temperatur dann konstant gehalten wird.

 

Fazit

Wer sich für programmierbare Thermostate entscheidet, der kann sich auf der einen Seite über eine Erhöhung des Komforts freuen und auf der anderen Seite sollte sich eine Ersparnis im Geldbeutel bemerkbar machen. Die zu erwartende Einsparung wird in der Regel zwischen 10 % und 20 % prognostiziert.

Elektronische Heizkörperthermostate lohnen sich für Haushalte in denen sich viele Heizkörper befinden. Die Bewohner profitieren von dem Komfort und der automatischen Temperaturregulierung. Die kann sich auch dann bemerkbar machen, wenn man z. B. morgens zur Arbeit hetzt und vergisst die Temperatur herabzusenken – das übernimmt dann zuverlässig das elektronische Thermostat.

Abschließend sollen aber auch noch ein paar Probleme bzw. Nachteile erwähnt werden, die bei elektronischen Reglern auftreten können. Die elektronischen Regler werden über Batterien bzw. Akkus mit Strom versorgt.  Dadurch entstehen zusätzliche Kosten.

Die Messgenauigkeit der Thermostate kann gerade bei größeren oder höheren Räumen ungenauer sein. Eventuell können auch Einrichtungsgegenstände, wie Vorhänge, Sitzgelegenheiten, die vor der Heizung platziert sind, den Messwert verfälschen.

Die Bedienung und Programmierung der Thermostate ist bei manchen Modellen mit einer gewissen Einarbeitungszeit verbunden. Bei einigen Geräten ist die Einstellung zu umständlich.